Bistro im Schweizerhof

 
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Neueste Kommentare für Bistro im Schweizerhof

 
Kommentar von Carlx (18 Oct 2010)
Das Bistro im Schweizerhof in Hannover suchten wir aus für unser Mittagessen nach beruflichen Pflichten; als Belohnung sozusagen, im Internet gefunden. Das Hotel, hinter dem Hauptbahnhof, in einer normalen Wohngegend gelegen, macht, wie dutzende anderer Unterkünfte für den Geschäftsmann, nicht den Eindruck, als befinde sich dort ein gehobenes Restaurant. Ich wartete in der Lobby auf meine Frau und hatte Gelegenheit, das wenig lebhafte Treiben von Lobby bis anschließendes Bistro, eine ganze Weile zu beobachten. Samstagmittag, so dachte ich, wird dort einiges los sein. Aber außer einer Crew von German Wings, die dort übernachtete und sich zum Abflug versammelte, war es still, sehr still, auch im Bistro. Außer uns war noch eine Dame an einem Tisch im sonst leeren Restaurant. Erste Überraschung: Ein Tischreiter propagiert Antinori Weine im Glasausschank! “ Mutig“ dachte ich, denn wer zahlt schon € 19.50 für ein 0,1 l Glas. Die Flugbegleiter sicher nicht, und andere potentielle Gäste waren nicht in Sicht. Wenn ich ein Glas Antinori bestellte, könnte es leicht sein, dass ich wegen mangelnden Verkaufs desselben, ein Glas aus einer bereits länger geöffneten Flasche erhalte. Der hat dann lange Luft gezogen und mag oxydiert sein. Preis und Risiko waren mir zu hoch. Es kam Butter und frisches Brot. Und da war sie wieder: alte bis ranzige Butter. Im täglichen Frühstücks-Massenbetrieb werden in den Kettenhotels eine größere Menge Butterportionen vorbereitet, und wenn sie nicht verbraucht werden, gehen sie zurück in die Küche und warten auf den nächsten Einsatz. Unsere Butter war so eine „Mehrwegportion“ Küche-Restaurant-Küche – ungenießbar, schade um das leckere Brot. Hier hat die Qualitätskontrolle entweder geschlafen oder sie ist nicht vorhanden. Sehr freundlicher Service: wir bestellten Hauptgang Gebratene Jacobsmuscheln, vier Stück, gut zubereitet, außen cross, innen schmackhaft – als Hauptgang „sehr, sehr übersichtlich“ gerade mal eine Vorspeise. Portionsgröße und Preis passen ins Negreso in Nizza mit Blick aufs Mittelmeer – nicht nach Hannover hinterm Bahnhof. Die Muscheln waren weg, der Hunger blieb. Also noch eine Hauptspeise für meine Frau: Spaghetti mit weißem Trüffel, Spaghetti, mittelgroße Portion, Trüffel „unschmeckbar“ weil zu sparsam verwandt. Für € 28.- eine Frechheit! (Wenn Sie das nächste Mal in Bologna sind, gehen Sie zur Trattoria Meloncello in die Via Saragozza. Dort macht man Ihnen einen tiefen Teller, gefüllt mit Trüffelspaghetti für zwei Drittel des Preises. Und Spaß haben Sie obendrein, denn der Patron singt Opernarien) Ich nahm Kalbsleber mit zwiebeln und Püree – so mach ich die Leber auch selbst zuhause; also keine wirkliche Sensation. Fazit: Für ein Mittagessen in einem Hotel für Geschäftsreisende in Hannover haben wir € 105.- ausgegeben. Investieren wir gern, wenn die Gegenleistung stimmt. Hier nimmt der Patron den Mund richtig voll, bietet allerdings nicht mehr als mittleren Standard. Er ließ sich noch nicht mal bei den drei Gästen blicken. Von der Lage in der verlängerten Lobby eines Kettenhotels bis hin zum schlechten Verhältnis zwischen Preis und Leistung ist das Bistro nicht empfehlenswert.